Im Aquarium!

09Heute ist ein Kindheitstraum wahr geworden (danke, Jacques Custeou): Ich durfte ein Korallenriff besuchen! So richtig!

Aber erst mal der Reihe nach: Mein OutdoorsFun-Verein hatte zu einem Tauchkurs eingeladen, denn YenFei hat kürzlich die Tauchlehrerprüfung abgelegt. Natürlich hab ich mich nix wie angemeldet! Am Samstag war zunächst Einführung (Grundlagen, wie taucht man sicher mit Preßluft, wie bedient man die Geräte) mit Übungen im Schwimmbad (ein interessantes Video über die Physik des Tauchens ist dieses hier) und am Sonntag gings dann ab nach draußen, in den „Underwater Secret Garden“ beim Nationalmuseum für Meeresforschung und -Technologie (nmmst): Direkt vor der felsigen Küste in BaDuZi (八斗子, siehe Karte) ist dort ein kleines Korallenriff im Meer versteckt, in dem sich wunderschöne Lebewesen tummeln. Ideal für den ersten Tauchgang meines Lebens.

Bei gefühlten 35°C im Schatten und unter gleißender Sonne durften wir erst mal unsere Ausrüstung anlegen: Neoprenanzug, Tauchschuhe (die Filzpantoffeln, die Ihr schon vom Rivertracing kennt), einen Gurt mit Bleigewichten (ca. 10kg, man soll ja untergehen), die Tarierweste (damit man dann nicht auf ewig am Meeresgrund liegen bleibt) und schließlich die Preßluftflasche mit Atemregulator, Luftvorratsanzeiger, Tiefenmesser und eine Taucherbrille, die es für mich sogar mit passenden optischen Gläsern gab. YenFei hatte alles gut organisiert.

Als Anfänger hüpft man natürlich nicht einfach ins Wasser und taucht drauf los (als Profi tut man das auch nicht), jeder von uns hatte einen Tauchlehrer an der Seite um auf uns aufzupassen, auch, um uns das eine oder andere Unterwasserwesen zu zeigen, das man sonst vielleicht übersehen hätte.

Zuerst mußten wir aber in voller Montur über eine Treppe runter zum Wasser, wo wir dann noch in die Flossen reingeschlüpft sind (mit denen kann man nur rückwärts laufen und bestimmt keine Treppen steigen, deshalb zieht man die erst im Wasser an oder bevor mein reinhüpft). Dann gehts auch schon los: Die Brille einspucken (gegen Beschlagen), den Atemluftregulator in den Mund, durchpusten und raus! Mit der aufblasbaren Tarierweste stelle ich meinen Auftrieb so ein, daß ich schwerelos im Wasser schwebe.

Meine erste Begegnung ist nicht etwa mit einem Fisch, sondern mit etwas ganz Verrücktem (aus Menschenperspektive): einem durchs offene Wasser wirbelnden knallbunten Flachwurm, den man sich wie einen wildgewordenen MuEr-Pilz (aka BaumOhr, die braunen Teile zum Einweichen aus dem Asienladen) vorstellen kann. Ein tolles Filmchen über diese interessanten Kreaturen habe ich im Netz gefunden:

Wir kommen an einem großen Schwamm vorbei (stellt Euch ein 10L-Bierfaß ohne Deckel vor), dann spürt mein Tauchbuddy mit einer Sonde (vulgo: 30cm Stahlstift) unter am Boden liegenden abgestorbenen Algen einen Steinfisch auf, der sich dennoch gar nicht für uns interessiert und lieber auf seine Tarnung und Giftigkeit vertraut. Dieser Fisch weiß ja, daß er wie ein Stein aussieht (von ein paar Flossen und Augen abgesehen) und daß man ihn deshalb nicht sieht.

Überall sind Schwärme von kleinen bunten Fischen, blaue, gelbe, schwarz-weiß gestreifte, und und und, die uns oft auf einen halben Meter Nähe akzeptieren. In einer Seeanemone entdecken wir einen kleinen Clownfisch. Dann begegnen uns Koffer- und Kugelfische und ein Bunter mit einem spitzen gebogenen Maul und scheinbar ohne Schwanz(flosse). Wir sehen Hirnkorallen, Fächerkorallen und vieles, das ich nicht benennen kann – einfach faszinierend!

Mit dem Atemluftvorrat einer Flaschenfüllung, er reicht für etwa eine knappe Stunde, kann ich mich kaum sattsehen, aber trotz der Schwerelosigkeit, in der ich mich bewege, kostet das Tauchen Kraft. Beim Ausdemwasserklettern merke ich das. Wieder zuhause hab ich dann erst mal 4h geschlafen, vermutlich auch, weil ich heute schon morgens um 5 aufgestanden bin für dieses Abenteuer, Treffen war um 7 in Taipei an einer UBahnstation.

Und jetzt noch ein paar Fotos, die Unterwasserbilder hat YenFei gemacht:

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