Expedition ins Trukuland

080Matt von HuaLien Outdoors hatte zu einer kleinen privaten Expedition eingeladen. Irgendwie bin ich da hineingeraten, glücklicherweise…

Zuerst gings mit dem letzten Zug (23:30) von Taipei nach XinSheng and der Ostküste. Unter dem Bahnhofsvordach haben wir (die 6 unerschrockensten TaipeiHiker) morgens um 2:45 unsere Isomatten und Schlafsäcke ausgebreitet und noch ein paar gemütliche Stunden auf dem Boden mit Schlafversuchen verbracht. Um 7:30 kamen dann Matt und Peter mit dem Kleinbus und wir fuhren zum Trailhead. Wohin genau, haben wir beschlossen, nicht zu sagen, damit niemand die Tour aus Versehen nachmacht und nicht wiederkommt. Wer sich in der Gegend auskennt, weiß eh, wo wir gewesen sind.

Unser Ziel war ein alter Trail der Truku-Ureinwohner, der zu zwei Dörfern in den Bergen nördlich der Tarokoschlucht führt. Wir wußten, daß er von den letzten Taifunen schwer in Mitleidenschaft gezogen war und daß ihn die Truku aber benützen. Details wollten wir erforschen.

096Ich bin den Weg schon mal 2004 ganz alleine gegangen, damals war es eine gemütliche Halbtagestour. Der Trail war oft nicht wiederzuerkennen: In weiten Teilen sah er aus wie eine Mondlandschaft. Die Taifune der vergangenen Jahren haben überaus große Zerstörungen angerichtet.

Das Wetter war gut, beim geringsten Anzeichen von heraufziehendem Regen wären wir umgekehrt, und so stapften wir bald über die erste zusammengeflickte Hängebrücke. Die ist vor ein paar Jahren eingestürzt, als ein kleiner Transporter drüberfuhr. Die Brücke war dafür gebaut und hat das auch 1000x ausgehalten. Jetzt kann man sie aufgrund einer Verengung nur noch zu Fuß oder mit einem Zweirad überqueren, sicher ist sicher. Weiter gings erst durch Urwald, dann bald durch Mondlandschaften. Mehrere massive Erdrutsche mit improvisierten Wegspuren waren zu bewältigen. Fixseile, die an Bambusstöcken und manchal auch Eisenstäben im Boden mehr oder weniger stabil und vertrauenserweckend verankert waren, erleichterten uns den Weg.

Bald kam die 2. Hängebrücke. Sie war zur Hälfte zerstört, hing unheimlich schief in die Tiefe und in der Mitte, wo sie abrupt aufhörte, durften wir eine kunstvoll anmutende Konstruktion aus Bambus und Stahl hinabklettern, um gleich darauf einen ordentlichen Bergsturz zu bezwingen. Anschließend führte unser Weg relativ breit und sicher auf einer steilen Klippe (hinter ein paar Büschen gings 50m oder mehr in die Tiefe) entlang und wir erreichten eine Hochfläche mit mehreren Hütten darauf, Pfirsichbäumen und ein paar abgemagerten Hunden, die uns bellend, aber nicht feindselig begrüßten. Von Menschen keine Spur außer einem Motorrad. Wenig später hatten wir die Überreste einer weiteren Hängebrücke vor uns, 074unbenützbar. Stattdessen waren Leitern aus Bambus, mit Plastikstreifen zusammengebunden, am Hang improvisiert, über die wir ins Flußbett gelangten, wo wir das Wasser auf einer wackeligen Bambusbrücke überquerten. Auf der anderen Seite führte uns ein frisch geschlagener Weg aus dem Tal und über eine weitere Hängebrücke, bis wir schließlich das zweite Dorf erreichten, wo wir einen alten Mann vom Stamm der Truku antrafen, der sich sichtlich über den unerwarteten Besuch freute. Er lebt dort oben ganz alleine und unterhält auch den Weg, auf dem wir gekommen waren. An der alten Dorfkirche hielten wir Mittagsrast und machten uns bald darauf auf den Rückweg, auf dem selben Weg, auf dem wir gekommen waren.
Übernachtet haben wir in einem B&B in HuaLien, zuvor gabs noch ein leckeres Abendessen in einem amerikanischen Restaurant (nein, natürlich nch McDoof, esgibt auch richtige amerikanische Restaurants. Ich hatte einen „Pulled Pork Burger“ mit Taiwan Beer, reichhaltig, lecker und mit 300NT (7.50 €) auch finanzierbar). Tags darauf gings nicht so abenteuerlich zu: Zuerst am ShakaDangFluß entlang und dann haben wir den WenShan Trail gemacht (gibt vielleicht mal einen eigenen Beitrag). An dessen Ende erwartete uns die WenShan HotSpring, von der die letzten Taifune gerade noch soviel Treppe übrig gelassen hatten, daß wir zum LiWu-Fluß hinunterkamen, an dessen Ufer die heißen Badetöpfe sind, die aus einer Felsnische mit über 50°C heißem Schwefelwasser gespeist werden. Leute, hat das gut getan!

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Jo. Dann hätten wir noch ein kleines Video dazu… Bitte auf das Zahnrad klicken und 720p oder so einstellen, dann wird die Auflösung besser!

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Abenteuer, Hiking, Natur, Rund um die Insel veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s