Indonesien – Episode 4: Gunung Rinjani

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Oben!

Der Mt Ijen war ein Erlebnis! Und eine Motivation, diese Reise zu unternehmen, schließlich ist dessen Schwefelkrater DIE LOCATION für den Bastard Chemist from Hell (sozusagen sein Zuhause…).
Damit aber nicht etwa der Eindruck entsteht, wir wären auf einem easy going sightseeing trip gewesen, haben wir auch einen ordentlichen 4-Tageshike unternommen und den Vulkan Mt. Rinjani (3726m) erklommen, das eigentliche Ziel unserer Reise:

Die Express-Fähre von Bali nach Lombok hat mehrere Stunden gebraucht. Die Fahrt über wurden wir mallemäßig mit lauter Clubmusik beschallt, grausam. Unser Großer Führer, seines Zeichens studierter Konzertpianist, hat es erstaunlicherweise besser vertragen als meine Wenigkeit (ich fands zum Kotzen!). Ein Kleinbus brachte uns nach Senaru, dort beginnt der Trail auf den Berg.

Nach dem Mittagessen (dort sind die Videosequenzen mit dem Horizon-Pool in Alastairs Video entstanden, unser Operator hatte uns dort abgeliefert, das Essen kam vermutlich vom Warung über der Straße, wo es deutlich weniger kostete) in Senaru bin ich mit einem Teil der Gruppe losgezogen um ein paar imposante Wasserfälle zu erkunden. Am Parkeingang hing ein großes Plakat, daß man die Eintrittskarten nur von den uniformierten Beamten kaufen dürfe. Taten wir. Eine Karte als Quittung bekamen wir dennoch erst auf mehrfaches Nachfragen. Bananenrepublik!  Dafür waren die Wasserfälle echt imposant. Auf dem Rück(um-)weg sind wir durch finstere Wassertunnel gewatet und schließlich an Bauernhöfen im Urwald vorbeigekommen, die man nur zu Fuß oder mit einem Zweirad erreichen kann.

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Abendessen in Senaru

Start der Trekkingtour auf den Mt. Rinjani war auf etwa 600m. Wir  hatten in einer einfachen Lodge Quartier bezogen und am Mittwoch morgen um 7 Uhr früh gings los: Am Trailhead waren noch einige Formalitäten zu erledigen und dann lagen 1400m Höhendifferenz im Urwald vor uns. Die gecharterte Träger- und Kochmannschaft hatte Essen, Zweimannzelte und Schlafsäcke für uns dabei, und jeder von uns sein persönliches Gepäck. John hatte für seinen Drohnenkoffer einen extra Träger verpflichtet. Mit meinem zusätzlichen Wasservorrat kam ich auf 16kg zum Selbertragen.

Nachmittags saßen wir 2h im Pavillion am Post 2 fest: Kaum hatten wir uns zum Mittagessen niedergelassen, begann es auch schon aus Kübeln zu schütten, an Weitergehen während des Regens war auf dieser Höhe nicht zu denken, es wäre zu kalt geworden in nassen Klamotten. Wegen dieser Zwangspause haben wir unser Nachtlager vom Kraterrand (auf ~ 2600m) an den Post 3 (~2000m) verlegt. Das war aber kein Problem, denn das Ziel für den Tag 2  war der Kratersee mit einem Abstieg von ca. 400hm auf einem zT sehr steilen Pfad mit Kletterstellen.  Der Blick vom Kraterrand auf den gerade mal ~70 Jahre alten  qualmenden neuen Vulkankegel und die Fumarolen in der Caldera war natürlich atemberaubend (Mt. Rinjani war mal ~5000m hoch, vor 750 Jahren gab es eine Explosion, die mehr als einen km Berg wegsprengte und ein Riesenloch von mehreren zig Quadratkilometern zurückließ, in dem sich der Kratersee bildete. Die Explosion des Vesuv, welche Pompeii zerstörte, war NICHTS dagegen).

Wir hatten trotz des geänderten Plans reichlich Zeit, die Gegend zu erkunden und in den heißen Quellen am Abfluß des Kratersees zu baden und herumzutollen. Das Wasser war gelb (Mineralien? Bakterien? Beides?) und trotz der Wärme gab es kleine Fische, die uns auch alsbald genüßlich anknabberten. Ganz Wagemutige stürzten sich mit Kampfgeschrei von den Klippen in einen 7 Meter tiefen Pool.

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Die Affen räumen auf!

Eine Horde Makaken tat sich an den Abfallhaufen des Camps gütlich – jedes Lager unterstützt eine Affengroßfamilie, die hier sonst mangels Nahrunsquellen kaum überleben könnte. Der meiste Müll bleibt liegen und wird – wenn überhaupt – am St. Nimmerleinstag ins Tal gebracht. Wir habens nicht verstanden, denn wer Platz hat, um etwas den Berg raufzutragen, hat auch den Platz dafür, die Reste wieder runterzubringen und die Affen taten ihrerseits ihr Bestes, die herumliegenden Müllsäcke aufzureißen und deren Inhalt möglichst weiträumig in der Landschaft zu verteilen. Auf Dauer dürfte dieser Saustall auf Touristen ziemlich abschreckend wirken (wir waren vorgewarnt).

Am nächsten Morgen versuchte ich mit einem Teil der Gruppe, entlang des Seeufers zu den Fumarolen vorzustoßen. Es hat nicht geklappt, das Gelände war viel zu unwegsam, wir hätten zu lange gebraucht und mußten alsbald umkehren. Mit nassen Stiefeln haben wir uns auf den Weg zum 3. Lager gemacht: Wieder rauf zum Kraterrand, auf der anderen Seite des steilen Einschnitts, der den Kratersee entwässert.

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Schatten

Die eigentliche Anstrengung sollte aber erst noch kommen: 1100hm Aufstieg zum Gipfel des Mt. Rinjani lagen vor uns und da wir zum Sonnenaufgang oben sein wollten (zusammen mit 150 weiteren Enthusiasten), war Abmarsch um 2 Uhr morgens, nach einem Mininalfrühstück. Der Weg bestand zum größten Teil aus losen Steinchen, also: 3 Schritte rauf, dabei einen halben Schritt runterrutschen, kurze Pause machen. Wiederholen. Mehrere Stunden lang. Im Schein der Stirnlampe ein Sisyphusgefühl, aber ich bin ja motiviert und wußte im Voraus, was kommen würde, also rauf! Auffi muas I! Kurz vor dem atemberaubenden Sonnenaufgang (auf den atemberaubende Blicke in die Chaldera folgen würden) hatten wir es dann auch geschafft und duckten uns in den Windschatten der Felsen am Gipfel, es war saukalt und wir froren erbärmlich trotz mehrer warmer Lagen Kleidung!

Alle sind raufgekommen, sogar David, unser pensionierter Geologieprofessor, der den Gipfel des Gunung Rinjani ursprünglich links liegen lassen wollte. Wieder im Lager angekommen, gabs erst mal was Ordentliches zum Frühstück, bevor wir uns dann auf den Weg ins Tal nach Sembalun (1200m) gemacht haben.

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Zwei Zeitraffervideos der Caldera, aufgenommen mit meiner SJ4000:

Alastairs Video von unserer Tour:

Geologische Infos über den Mt. Rinjani gibts hier.

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